Deutsch unten – täglicher Bericht auf Polarsteps!
中文下边 – Polarsteps 每日报告 !
I had barely finished writing the last passage when something happened that would turn my entire journey upside down.
Guang and I had just entered Mongolia and were looking forward to a two-month trek across the country. We had even encouraged some friends to join us for part of the way, and they had already booked their flights to Ulaanbaatar.
After another six kilometres, something we had never expected occurred: two police cars were parked across the road, blocking it completely. We wanted to know why, but we had no common language. The officers spoke not a word of Russian, English, or Chinese. At first, I assumed there might be an issue with the road itself—perhaps a destroyed bridge. But then one of the policemen showed us his phone with a picture of a cow. Suddenly, everything became clear, because we had already heard that foot‑and‑mouth disease had broken out in the north of Mongolia. But here, in this part of the country, all of a sudden as well? We urgently needed to find out more.
Guang called her Mongolian acquaintance, who interpreted for us over the phone. We learned that the city of Bulgan was under lockdown and that all access roads were closed. Only a dirt track heading south through the desert was still open. But without reaching the city, we would have neither cash nor water, food, or shelter for the next 90 kilometres. And there was no other traffic either. However, there was a small cafeteria not far from the police checkpoint. We sat down there to take a breather and were offered some tea free of charge.
Pandemics and the measures taken against them are unpredictable—we had known that at least since 2020. If the disease had spread this quickly, it was likely to continue doing so, and we might end up stranded in the middle of nowhere. On top of that, we began to worry that the Chinese might possibly seal the border completely. We had only little time left before the border’s daily closure at 7 p.m., and tomorrow, Sunday, it would remain closed anyway. So we decided to return to China as quickly as possible. With no transport available, we had to walk the seven kilometres back to the border. On both sides, the border officials looked at us in surprise, wondering why we were already back. On the Chinese side, they were additionally puzzled that we had gone from being Swiss to being German. We showed both passports each time and were able to enter using our German passports. Only then did it dawn on us that we had unintentionally performed a classic visa run—because my stay in China was thereby reset to another 30 days.
Since it was entirely unclear when hiking in Mongolia would become possible again, we decided to change our route and continue through China instead. We drove 400 kilometres back to the point where we had left the Silk Road, in order to resume our trek there. Two weeks of hiking through the desert had been rendered obsolete—they now form an appendix of sorts on my route.
I love China, so in principle it was no problem for me to continue the new route through the provinces of Xinjiang and Gansu. But I had deliberately chosen Mongolia for climatic reasons—it lies further north and at a higher altitude, so summers there are considerably cooler. Now I have to contend with temperatures of 38°C, and that in the desert, where clouds and shade are a rarity. At noon, I feel like a little sausage on the grill. Ideally, under such conditions, you switch to a biphasic sleep schedule. Unfortunately, I didn’t always manage to get enough of a midday nap.
After a very tough hike through the Gobi Desert, I have now reached the first settlement, Liuyuan, in Gansu Province, where I can take a day to recover. Guang, in the meantime, flew back to Switzerland and obtained a 90‑day visa for China on my behalf. This afternoon, she will be arriving again to continue the journey together with me.
For more detailed reading, I recommend you to read my Polarsteps. If you download the app, you can follow me there.
Deutsch
Kaum hatte ich den letzten Block hier verfasst, der geschah etwas, was meine weiteren Reiseverlauf auf den Kopf stellen sollte:
Guang und ich waren gerade in die Mongolei eingereist und freuten uns schon auf eine zweimonatige Wanderung quer durch das Land. Wir hatten auch schon unsere Freunde dazu ermutigt, uns ein Teil zu begleiten und sie hatten auch schon ihre Flüge nach Ulan Bator gebucht.
Nach weiteren 6 km geschah etwas, womit wir überhaupt nicht gerechnet hatten: quer über die Strasse standen zwei Polizeiwagen, die die Strasse blockierten. Wir wollten wissen warum, aber wir hatten keine gemeinsame Sprache. Die Polizisten sprachen kein Wort Russisch, Englisch oder Chinesisch. Ich vermutete erst, dass es mit der Strasse ein Problem geben könnte, vielleicht eine zerstörte Brücke. Doch dann zeigte einer der Polizisten sein Handy mit dem Bild einer Kuh. Jetzt wurde uns plötzlich klar, was los war, denn wir hatten bereits davon gehört, dass im Norden der Mongolei die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen war. Aber plötzlich auch hier in diesem Teil des Landes? Jetzt mussten wir unbedingt genaueres erfahren. Guang rief ihren mongolischen Bekannten an, der für uns am Telefon übersetzte. Dabei erfuhren wir, dass sich die Stadt Bulgan im Lockdown befindet und alle Zufahrtsstrassen gesperrt sind. Lediglich eine Piste in südlicher Richtung durch die Wüste wäre noch offen. Doch ohne die Stadt hätten wir weder Bargeld, noch Wasser, Essen und Unterkunft für die nächsten 90 km. Und anderen Verkehr gab es auch nicht. Allerdings gab es eine kleine Cafeteria, unweit der Polizeisperre. Dort setzten wir uns erst mal in Ruhe hin und bekamen kostenlos etwas Tee. Pandemien und die Massnahmen dagegen sind unvorhersehbar. Das war uns spätestens seit 2020 klar. Wenn die Seuche sich mit einer so raschen Geschwindigkeit ausgebreitet hat, dann liegt es nahe, das sie das auch weiterhin tun so wird und wir irgendwo im nirgendwo stecken bleiben. Und dann kam noch die Befürchtung hinzu, dass die Chinesen womöglich die Grenze ganz dicht machen könnten. Wir hatten nur noch wenig Zeit bis die tägliche Schliessung der Grenze um 19:00 Uhr stattfinden würde und morgen am Sonntag die Grenze ohnehin geschlossen bleiben würde. So beschlossen wir möglichst rasch zurück nach China zu gehen. Mangels Verkehr mussten wir die 7 km zur Grenze zurücklaufen. Auf beiden Seiten sahen uns die Grenzbeamten verwundert an, dass wir schon wieder zurückkamen. Und auf der chinesischen Seite zusätzlich, dass aus uns Schweizern jetzt Deutsche geworden waren. Wir zeigten jeweils beide Pässe vor und konnten dann auch mit den deutschen Pässen einreisen. Jetzt erst fiel uns auf, dass wir unbeabsichtigt einen klassischen Visa-Run gemacht haben. Denn mein Aufenthalt für China wurde damit erneut auf 30 Tage zurückgesetzt.
Da es völlig unklar war, wann es in der Mongolei wieder möglich sein würde zu wandern, beschlossen wir, die Route zu ändern und weiter durch China zu laufen. Wir fuhren 400 km zurück zu dem Punkt, an dem wir die Seidenstrasse verlassen hatten, um dort unsere Wanderung wieder fortzusetzen. Zwei Wochen Wanderung durch die Wüste waren hinfällig geworden. Sie bilden jetzt einen Wurmfortsatz auf meiner Route.
Ich liebe ja China und deswegen war es für mich grundsätzlich kein Problem, die neue Route durch die Provinzen Xinjiang und Gansu fortzusetzen. Doch ich hatte absichtlich die Mongolei aus klimatischen Gründen gewählt. Sie liegt weiter im Norden und auch höher über dem Meer, so dass die Sommer dort wesentlich kühler sind. Jetzt muss ich mich mit Temperaturen von 38°C herumschlagen, und das in der Wüste, wo Wolken und Schatten eine Seltenheit sind. Mittags fühle ich mich wie ein Bratwürstchen auf dem Grill. Idealerweise stellt man bei diesen Verhältnissen auf einen biphasischen Schlaf um. Leider gelang es mir nicht immer, einen ausreichenden Mittagsschlaf zu halten.
Nach einer sehr harten Wanderung durch die Wüste Gobi habe ich die erste Ortschaft Liuyuan in der Provinz Gansu erreicht und kann mich hier einen Tag erholen. Guang war zwischendurch in der Schweiz und hat für mich ein 90-tägiges Visum für China besorgt. Heute Nachmittag wird sie wieder anreisen, um die Reise gemeinsam mit mir fortzusetzen.
中文
我刚写完上一段,就发生了一件彻底打乱我行程的事:
光和我刚进入蒙古,正期待着一次为期两个月的徒步穿越。我们还鼓励了几位朋友陪我们走一段,他们也已经订好了飞往乌兰巴托的机票。
又走了六公里后,一件我们完全没料到的事发生了:两辆警车横在路中央,把路堵得严严实实。我们想知道原因,可彼此语言不通。警察不会说俄语、英语或汉语。我起初猜可能是路出了问题,也许是桥断了。但这时,一名警察拿出手机,屏幕上显示着一张奶牛的照片。我们瞬间明白了——因为之前就听说蒙古北部爆发了口蹄疫,可现在连这边也突然有了吗?我们必须尽快搞清楚。
光打电话给她的一位蒙古熟人,对方在电话里帮我们翻译。我们得知布尔干市已进入封锁状态,所有进城公路都被封闭,只有一条向南穿过沙漠的土路还开着。但如果不经过市区,接下来90公里我们就既没有现金,也没有水、食物和住处,而且路上也没有其他车辆。不过,在检查站不远处有一家小餐馆。我们先进去坐下歇歇脚,还免费喝到了茶。
疫情和防疫措施本就难以预料——最晚从2020年起我们就明白了这一点。如果疫情传播得这么快,那很可能还会继续蔓延,而我们可能会被困在荒郊野岭。更让人担忧的是,中国方面说不定会彻底关闭边境。距离边关每天下午七点关闭只剩不多时间,而明天又是星期天,边关本来就全天关闭。于是我们决定尽快返回中国。因为没有交通工具,我们只好走完那七公里回到口岸。两边的边检人员看到我们这么快又回来了,都一脸惊讶。而中国那边还多了一层疑惑——我们怎么从瑞士人变成了德国人。我们每次都出示两本护照,最后持德国护照顺利入境。这时我才意识到,我们无意间完成了一次经典的“签证跑”——因为我的中国居留期因此又被重置为30天。
由于完全不清楚蒙古境内什么时候才能再徒步,我们决定改变路线,改而穿越中国继续走。我们驱车四百公里,回到当初离开丝绸之路的那个点,在那里继续徒步行程。那两周的沙漠徒步计划就此作废,它们现在成了我路线上的一个“阑尾”。
我本来就很喜欢中国,所以继续走新疆和甘肃两省的新路线,对我而言基本没问题。但我当初之所以选蒙古,主要是因为气候——蒙古更靠北,海拔也更高,夏天凉爽得多。而现在我要忍受38°C的高温,还是在沙漠里,云和阴凉都极其罕见。中午的时候,我感觉自己就像烤架上的小香肠。理想状态下,这种条件下应该改成双相睡眠模式,可惜我并不是每次都能午睡够。
在经历了一段非常艰苦的戈壁沙漠徒步之后,我终于到达甘肃省的第一个居民点——柳园,可以在这里休整一天。光中间回了趟瑞士,帮我办好了中国的90天签证。今天下午她会再次赶过来,然后和我一起继续接下来的行程。






























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