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Over the past five days, I’ve walked 265 km from Edirne to Istanbul — that’s an average of 53 km per day!
Shortly after setting out from Edirne, I reached the small town of Havsa around noon. After a long lunch break, I had just started off again, hoping to cover another major stretch, when I met Karl. Meeting him was easily the highlight of my day! Let me tell you a bit about him: he’s English and started his journey in Patagonia in 1998, walking every step of the way back to England. Like me, he follows a strict rule: to walk everything on foot, even if it has to be done in stages. If you think that sounds impossible, think again. And if you still don’t believe it, just check out his website (westboundhorizons.com/goliath-expedition). He’s been on the road for 27 years and is now just six months away from finishing his adventure when he reaches England. Karl carries a bit more gear than I do — he pushes a custom-built cart ahead of him. We exchanged stories, and after half an hour it was already time to say goodbye, since we were heading in opposite directions. Two Turkish sanitation workers who had joined us looked utterly confused as we walked off in different directions. I pointed at Karl and said “Europe,” then at myself and said “Asia.”
Every day, I left my hotel before breakfast and walked straight into the sunrise. Since I always head east, I face the rising sun directly, so I need my sunglasses and hat right away. The landscape here consists of treeless, shrub-free fields, and the view stretches far to the horizon.
During one of my famous shortcuts, I unexpectedly came across a small river I had to cross. I walked along the bank until I found a fallen tree I could use as a bridge. But I didn’t dare try to balance on it, so I decided to sit on the trunk and shuffle across slowly. With my backpack, it wasn’t easy to keep my balance, so I held onto a branch — until it suddenly snapped. I lost my balance and fell into the river with a huge splash. Luckily, the water wasn’t deep, and I landed on my feet without falling over. Otherwise, my phone would have been soaked. Close call!
On the afternoon of the fourth day, I decided to push on to the town of Çatalca, population 75,000, to stay in one of the nicer hotels. But it was Victory Day in Turkey — a public holiday. I walked around asking passersby, but every hotel was fully booked. After more than 55 km, all I wanted was to collapse into bed. Eventually, I ate at a restaurant and after quite an odyssey, ended up in a nearby forest where I set up a very basic camp. I decided not to pitch my tent — it would have been too visible and difficult to set up in the dark. Since the ground was sticky with resin, I used a cardboard box instead of my sleeping mat. I felt a bit like I was homeless.
Sleeping in the forest on cardboard was actually okay. A few mosquitoes visited me, but otherwise it was quiet. No one noticed I was there. I had breakfast sitting on my cardboard, then set off at daybreak. The first few hours were very peaceful — I walked through thick fog past sunflower fields 🌻. As if heaven-sent, I came across a well with a large basin where I could take a very welcome bath and wash my clothes at the same time.
By midday, things got busier: I spent hours walking through industrial zones and endless construction sites. A sand-filled truck had skidded off the road in front of me and tipped over on its side.
In the afternoon, it got even more hectic as I entered the urban sprawl of Istanbul — a metropolis of 15 million people. I hadn’t originally planned to walk so far that day, but I felt motivated to reach the historic center. So I pushed on another 20 km through this concrete jungle. Honestly, though, I find walking through the city incredibly exciting and interesting. I just observe the people — there’s so much to see!
At 9 PM, I finally reached the old town and checked into a newly opened hotel for two nights. I think I’ve earned — and need — a rest day. After that, I’ll continue across the Bosphorus to Asia.
There are three bridges and one tunnel crossing the Bosphorus, but none allow pedestrians. I asked the traffic authority for permission, and after three days they replied that I’d need to apply formally through the Ministry of Foreign Affairs. Walking across the bridge isn’t important enough to me to spend days dealing with bureaucracy. I even considered swimming across — and it turns out, just one week ago, the official Cross Continental Swim 2025 took place. Unfortunately, that was in the wrong direction — from Asia to Europe.
Deutsch
In den letzten fünf Tagen bin ich von Edirne die 265 km nach Istanbul gelaufen, das ist ein Schnitt von 53 km pro Tag!
Kurz nachdem ich von Edirne aufgebrochen war, erreichte ich gegen Mittag, den kleinen Ort Havsa. Nach einer ausgedehnten Mittagspause war gerade aufgebrochen, um doch noch eine zweite grosse Etappe zu laufen, als ich Karl traf. Das Treffen mit ihm war mit Abstand das Highlight des Tages! Ich muss ihn kurz vorstellen: er ist Engländer und startete 1998 in Patagonien, um jeden Meter zu Fuss zurück nach England zu laufen. Und ähnlich wie ich hat er seine Regel: alles zu Fuss zu laufen, gegebenenfalls auch etappenweise. Wenn ihr jetzt glaubt, dass das nicht möglich sei, dann muss ich euch eines Besseren belehren. Und wenn ihr es immer noch nicht glaubt, dann schaut einfach auf seiner Webseite (westboundhorizons.com/goliath-expedition). Er ist seit 27 Jahren unterwegs und gerade dabei sein Abenteuer zu beenden, wenn er in einem halben Jahr in England ankommt. Karl hat allerdings ein bisschen mehr Gepäck dabei als ich und schiebt daher einen selbst gebauten Wagen vor sich her. Wir tauschten unsere Erfahrungen aus und nach einer halben Stunde hiess es auch schon wieder Abschiednehmen, denn wir waren ja in unterschiedlichen Richtungen unterwegs. Zwei türkische Reinigungskräfte, die sich dazugesellt hatten, verstanden die Welt nicht mehr, als wir dann in verschiedene Richtungen weiterliefen. Ich zeigte auf Karl und meinte „Europa“ und dann auf mich und meinte „Asien“.
Jeden Tag verliess ich noch vor Frühstücksbegin mein Hotel und lief in den Sonnenaufgang hinein. Da ich stets nach Osten laufe, schaue ich direkt in die aufgehende Sonne. Daher benötige ich sofort die Sonnenklappen und meinen Sonnenhut. Die Landschaft besteht hier aus baum- und strauchlosen Feldern und der Blick geht sehr weit bis zum Horizont.
Bei einer meiner berühmten Abkürzungen stand ich unerwartet vor einem kleinen Flüsschen, welches es zu überqueren galt. Ich lief etwas am Ufer entlang, bis ich einen gefallenen Baum entdeckte, den ich als Brücke nutzen konnte. Ich traute mich aber nicht zu Fuss darüber zu balancieren. Daher kam mir die Idee, mich auf den Baumstamm zu setzen und langsam rüber zu rutschen. Doch es war gar nicht so einfach mit Rucksack die Balance zu halten. Daher hielt ich mich zusätzlich noch an einem Ast fest. Jedenfalls so lange, bis dieser plötzlich brach. Damit gerät ich aus dem Gleichgewicht und viel mit einem riesigen Schrecken in den Fluss. Zum Glück war dieser nicht tief und ich landete auch auf den Beinen ohne umzufallen. Andernfalls wäre mein Handy gewässert worden. Glück gehabt!
Ich beschloss am Nachmittag des vierten Tages, doch noch bis in die 75,000 Einwohner Stadt Çatalca zu laufen, um dort eines der guten Hotels zu nehmen. Doch war in der Türkei der Tag des Sieges, also ein Feiertag. Ich lief hin und her und fragte diverse Passanten, doch alle Hotels waren ausgebucht. Nach über 55 km wollte ich eigentlich nur noch schnell in mein Bett. Schliesslich sättigte ich mich in einem Restaurant und lief nach einer Odyssey schliesslich in einen nahe gelegenen Wald. Hier habe ich mein sehr spartanisches Lager aufgeschlagen. Ich verzichtete darauf, mein Zelt aufzubauen, denn es wäre auffällig und im dunkeln mühsam aufzubauen. Da der Untergrund harzig war, verwendete ich anstelle meiner Isomatte einen Pappkarton. Ich fühlte mich ein bisschen wie ein Obdachloser.
Die Nacht im Wald auf einem Pappkarton zu schlafen war eigentlich in Ordnung. Ein paar Stichmücken hatten mich aufgesucht, aber sonst blieb es ruhig. Kein Mensch hatte mich bemerkt. Ich frühstückte noch auf meinem Karton und marschierte dann bei Tagesanbruch los. Die ersten Stunden des Tages waren sehr ruhig und ich lief an Sonnenblumenfeldern 🌻 durch dichten Nebel. Wie vom Himmel kam ich an einen Brunnen mit einem grossen Becken, in dem ich ein sehr willkommenes Bad nehmen und dabei ich auch gleich meine Kleidung waschen konnte.
Ab mittags wurde es dann hektischer: stundenlang lief ich durch Industriegebiete und nicht enden wollende Baustellen. Ein mit Sand beladener LKW war vor mir in den Graben gerutscht und dann auf die Seite gefallen.
Am Nachmittag wurde es dann noch hektischer, denn jetzt lief ich durch das urbane Gebiet der 15 Millionen Metropole Istanbul. Eigentlich hatte ich nicht so viele Kilometer laufen wollen, aber dann reitze es mich, heute noch das historische Zentrum zu erreichen. So lief ich noch weitere 20 km durch das Moloch. Aber ehrlich gesagt finde ich es super spannend und interessant durch die Stadt zu laufen. Ich beobachte dabei einfach die Menschen und da gibt es wirklich viel zu sehen!
Um 21:00 Uhr erreichte ich dann die Altstadt und quartierte mich gleich für zwei Tage in ein frisch geöffnetes Hotel ein. Ich glaube ich habe einen Pausentag verdient und auch nötig. Danach gehe ich weiter über den Bosporus nach Asien.
Über den Bosporus gibt es drei Brücken und einen Tunnel, jedoch sind sie alle für Fussgänger unzugänglich. Ich habe beim Verkehrsamt nach einer Genehmigung gefragt und nach drei Tagen kam die Antwort, dass das über das Aussenministerium formal beantragt werden muss. So wichtig ist mir das Laufen über die Brücke nicht, dass ich mich jetzt tagelang mit den Behörden herumschlage. Ich habe noch überlegt, ob man rüberschwimmen könnte. Und tatsächlich genau vor einer Woche war der offizielle Cross Continental Swim 2025. Allerdings wäre das die falsche Schwimmrichtung gewesen, nämlich von Asien nach Europa.
中文
在过去的五天里,我从埃迪尔内步行265公里抵达伊斯坦布尔,平均每天走53公里!
刚离开埃迪尔内不久,我在中午时分到达了小镇哈夫萨。享受了一段漫长的午休后,我正准备再次出发完成第二段长距离行程,就在这时遇见了卡尔。与他的相遇无疑是这一天中最精彩的时刻!请允许我简单介绍一下他:他来自英国,1998年从巴塔哥尼亚出发,决心每一步都靠步行回到英国。和我类似,他也有自己的原则:全程步行,必要时分段完成。如果你觉得这不可能,那我必须纠正你的想法。如果你仍然不信,只需浏览他的网站(westboundhorizons.com/goliath-expedition)就知道了。他已经行走了27年,还有半年抵达英国,冒险即将结束。不过卡尔带的行李比我多些,他推着一辆自制的推车。我们交流了彼此的经历,半小时后便不得不告别,因为我们的方向相反。两位加入我们交谈的土耳其清洁工看到我们朝不同方向离开时,一脸困惑。我指着卡尔说“欧洲”,然后指着自己说“亚洲”。
每天早餐前,我就离开酒店,迎着日出前行。因为我一直向东走,正好面对升起的太阳,所以必须立即戴上遮阳帽和墨镜。这里的景观是一片没有树木和灌木的田野,视野开阔,地平线一览无余。
在一次我常用的捷径途中,我意外遇到一条需要横渡的小河。我沿岸走了一段,发现一棵倒下的树可以作为桥使用。但我不敢冒险走上去平衡自己,于是想到坐在树干上慢慢滑过去。可是背着背包保持平衡并不容易,所以我额外抓住一根树枝支撑——直到它突然断裂。我顿时失去平衡,惊慌中掉进河里。幸好河水不深,我双脚着地没有摔倒,否则手机就泡水了。真是好险!
第四天下午,我决定坚持走到有7万5千人口的恰塔尔贾市,想找一家好酒店住下。但那天是土耳其的胜利日,一个公共假日。我来回走动,询问了几个路人,但所有酒店都客满了。在走了超过55公里后,我只想赶快躺到床上。最后我在一家餐厅吃饱后,历经一番周折,躲进了附近的森林,搭了一个非常简陋的营地。我没有搭帐篷,因为那样太显眼,而且在黑暗中操作也很麻烦。由于地面黏着树脂,我用纸板箱代替防潮垫。感觉自己有点像无家可归的人。
在森林的纸板上睡了一夜,其实还不错。有几只蚊子来找我,但除此之外很安静,没有人注意到我。我在纸板上吃完早餐,天亮就出发了。一天中的头几个小时非常宁静,我穿过浓雾,经过向日葵花田🌻。仿佛天赐一般,我遇到一口带有大水槽的井,可以在那里洗个非常舒服的澡,同时把衣服也洗了。
中午时分,周围变得繁忙起来:我连续几个小时穿过工业区和看不到尽头的建筑工地。一辆载满沙子的卡车在我前方滑进沟里,侧翻在地上。
到了下午,情况更加繁忙,因为我进入了拥有1500万人口的伊斯坦布尔市区。本来我没打算走这么远,但一股冲动让我想当天就到达历史中心。于是我又穿过这座庞然大物般的城市走了20公里。不过说实话,我觉得在城市中行走非常刺激有趣。我一边观察行人,一边看风景——可看的东西实在太多!
晚上9点,我终于到达老城区,立刻入住一家新开的酒店,准备住两天。我想我值得也需要休息一天了。之后,我会继续穿过博斯普鲁斯海峡前往亚洲。
博斯普鲁斯海峡上有三座桥和一条隧道,但都不对行人开放。我向交通局申请许可,三天后收到回复,说需要通过外交部正式申请。步行过桥对我而言并不值得花好几天与官僚机构周旋。甚至我还考虑过游泳过去——事实上,正好一周前刚刚举办了2025年官方跨大陆游泳赛。不过,那是从亚洲游到欧洲,方向反了。















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