46 Days Across Iberia: A Summary 

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Daily Update on Polarsteps!

After 46 days, I’ve traversed Portugal and Spain, arriving in Figueres—the final town before the French border. Having covered nearly 1,900 km, I’ve averaged a marathon per day without a single break. Originally, I planned for 30 km daily with occasional rest days, but an inner drive kept pushing me forward. As long as my body and mind held up, I saw no reason to stop artificially—though I know I’ll need to slow down eventually.  

Spain’s coastal route proved effortless, with infrastructure eliminating the need for advance planning. Spring’s empty resort towns left me walking through ghostly landscapes, yet the endless urban sprawl made true wilderness rare. My happiest moments came inland: solitary trails through pine forests, cork oak groves, and almond orchards. Two nights, I wild-camped deep in the woods—once surrounded by curious wild boars at midnight.  

March and April blessed me with near-perfect weather (15-20°C and sunny), except for two stormy days and Guang’s initial two weeks, when relentless rain turned dry riverbeds into impassable torrents—Spaniards don’t build bridges where rivers “should” be dry 360 days a year. Now Guang rejoins me for the Pyrenees crossing, just as rain returns… and the peaks remain snow-capped. Coincidence? Or has she booked herself the toughest legs?  

The Chair Incident

One noon, starving amid orange groves, I spotted a lone chair materializing like a mirage. Mid-bite, a car screeched to a halt. A heavily made-up woman marched over, declaring I’d stolen her “workstation”—this desolate roadside spot! Turned out she’d once worked on Zurich’s infamous Langstrasse.

8 KM running for my life 

As one of Earth’s 10% who relish predawn starts, I’d watched the Mediterranean sunrises daily—except one fateful morning leaving Sitges. Opting for a “quiet” coastal road (parallel to the toll highway), I didn’t anticipate all Barcelona-bound traffic diverting there. No shoulder. Blind curves. A cliff on one side, speeding cars on the other. For 8 km, I sprinted with my pack, praying drivers would spot me through their sun-blinded windshields. Survival never felt so sweaty.  

P.S. My shoes (photo) are officially carcasses. I’ve been walking sideways in them—though to be fair, they’d already served a year pre-hike. Guang arrives in Figueres with replacements. Pyrenees, here we come.

PPS: On my way through Spain I visited four confluence points. I have now visited 963 intersections of integer latitude and longitude. Here is a map of all my visits. Every red dot can be clicked and behind each is a story.

Deutsch

Tägliches Update auf Polarsteps!

Nach 46 Tagen habe ich Portugal und Spanien durchquert und befinde mich in Figueres, der letzten Stadt vor der französischen Grenze. Daher möchte ich ein kleines Resümee schreiben. Nach knapp 1900 km habe ich jeden Tag durchschnittlich einen Marathon hinter mir, ohne einen Pausentag einzulegen. Vorgesehen hatte ich eigentlich nur 30 km pro Tag und auch ab und zu einen oder mehrere Tage an einem Ort zu bleiben. Aber irgendetwas in mir hat mich immer weiter angetrieben. Und solange es mir körperlich und auch geistig bekommt, sehe ich keinen Grund, mich künstlich zu stoppen. Aber ich weiss, dass ich irgendwann einen Gang runter schalten muss.

In Spanien bin ich ein Grossteil der Küste gefolgt, was sehr einfach ist, weil die Infrastruktur überall vorhanden ist und ich nicht im Voraus planen muss, wo das nächste Hotel, Restaurant oder Lebensmittelgeschäft ist. Die Küste ist sehr stark bebaut und im Frühjahr stehen die vielen Apartments noch leer, so dass ich oft durch Geisterstädte durchkam. Andererseits reiht sich eine Stadt an die andere, so dass ich nicht gerade sagen kann durch die Natur gelaufen zu sein. Stadtkandschaften sind zwar interessant, aber ich war froh, wenn ich zwischendurch ein paar Etappen ins Landesinnere hatte. Diese stehen im krassen Gegensatz zur Küste: in inneren lief ich einsame Wanderwege durch Pinien- oder Korkeichenwälder, Oliven-  oder Mandelbaumplantagen. Zweimal zeltete ich wild im tiefen Wald, wobei sich einmal des nachts Wildschweine um ein Zelt versammelten. 

Bis auf zwei Sturmtage war das Wetter im März und April nahezu ideal, meist sonnig bei 15-20°C . Allerdings waren die ersten zwei Wochen, als Guang dabei war, total verregnet und wir hatten wirklich ernsthafte Probleme, über die Flüsse zu kommen, denn in Spanien spart man sich den Brückenbau, weil man davon ausgeht, dass die kleinen Flüsse an 360 Tagen im Jahr trocken passierbar sind. Nach einem grossen Regenfall jedoch werden sie unpassierbar. Heute kommt Guang zu mir und sie wird mich die nächsten drei Wochen begleiten. Just in dem Moment ist wieder Regen angesagt. Und auch müssen wir als nächstes über die Pyrenäen, deren Gipfel noch schneebedeckt sind. Es scheint so, als hätte Guang die schwierigen Strecken gebucht.

Eines mittags lief ich hungrig entlang einer kleinen, unbedeutenden Strasse durch die Orangenhaine. Ich suchte nur noch eine Sitzgelegenheit, um mein Lunchpaket auszupacken, als plötzlich aus heiterem Himmel ein einzelner Stuhl vor mir auftauchte. Ich setzte mich und verspeiste gemütlich mein Mittagessen. Ich war mit dem Essen noch nicht fertig, als plötzlich ein Auto anhielt und eine eine stark geschminkte Frau direkt dort abgesetzt wurde, wo ich sass. Die Frau kam direkt auf mich zu und meinte, dass ich auf ihrem Stuhl sitzen würde! Das war irgendwie zu komisch, denn weit und breit war kein Mensch zu sehen und plötzlich wurde ich von meinem Stuhl vertrieben! Jetzt erst wurde mir klar, dass ich auf ihrem Arbeitsplatz gesessen hatte! Ich räumte natürlich sofort den Sitzplatz für sie und wir kamen ins Gespräch. Sie hatte früher schon auf Zürichs berüchtigter Langstrasse gearbeitet.

Ich gehöre zu den 10 % der Menschheit, die gerne früh aufsteht. So konnte ich morgens den Sonnenaufgang erleben, der an der Spanischen Ostküste über dem Meer stattfindet. Nur an einem Morgen hatte ich keine Musse, den Sonnenaufgang anzuschauen: Nichts ahnend was noch folgen sollte, verliess ich bei erstem Tageslicht, das schöne Hafenstädtchen Sitges. Mangels Wanderweg wollte ich die kleine kurvige Küstenstrasse entlanglaufen, denn diese würde ja niemand befahren, weil parallel dazu die Autobahn verläuft. Woran ich nicht gedacht hatte: in Spanien sind die Autobahnen kostenpflichtig. An diesen Dienstagmorgen machte sich so ziemlich jeder auf dem Weg von Sitges nach Barcelona. Die Autos kamen erst stossweise in Kolonnen, bis diese schliesslich in eine grosse verschmolzen. Das eigentliche Problem aber bestand darin, dass es keinen Seitenstreifen gab. Normalerweise laufe ich in so einem Fall gegen die Fahrrichtung, denn bei entgegenkommenden Autos könnte ich im Notfall noch zur Seite springen. In diesem Fall gab es aber kein Platz mehr an der Seite, denn dort war direkt die Felswand. Und in den Kurven konnte ich gar nicht gesehen werden, weil die Felswände die Sicht der Autofahrer versperrten. Also musste ich auf die Talseite wechseln. Das ging so lange gut, bis auch die Sonne herauskam. Dann wurden die Fahrer geblendet und konnten mich nur sehr schwer bemerken. Ausserhalb der Leitplanke zu gehen, war auch nicht möglich, weil dort ein senkrechter Abgrund klaffte. Inzwischen war ich soweit hingegangen, nun gab es kein Zurück mehr und ich musste hindurch. Alles, was ich jetzt noch tun konnte, bestand darin, meine Zeit auf dieser Schreckensstrecke zu minimieren, indem ich mit Rucksack rannte. Erst nach 8 km hatte der Horror ein Ende gefunden. Völlig verschwitzt aber froh es überlebt zu haben, konnte ich meine Wanderung auf normalen Wegen fortsetzen. 

Ein Bild zeigt, wie sehr abgelaufen meine Schuhe bereits sind. Ich laufe schon völlig schief darin. Allerdings hatte ich diese Schuhe schon vor dieser Wanderung ein Jahr lang getragen, so dass man erst ein halbes Paar als verbraucht anrechnen kann. Guang wird mir in Figueres neue Schuhe mitbringen.

中文

我没天写在Polarsteps

四十六日伊比利亚穿越记

行至第四十六日,葡萄牙与西班牙已被甩在身后,此刻的菲格拉斯是通往法国前的最后驿站。近1900公里的路程,我以日均一个全马的距离持续奔徙,未歇一日。原计划每日仅行三十公里并间歇休整,但体内某种冲动始终驱策着我——只要身心尚能承受,便不愿刻意停下,尽管深知终须缓行。  

西班牙海岸线徒步堪称惬意,完备的设施让人无需规划。春日度假区空无一人,我穿行于幽灵般的建筑群中,但连绵的城镇也令自然野趣成了奢侈。最畅快的反而是内陆路段:松林与栓皮栎的幽径,橄榄园与杏仁园的孤道。两次在密林深处野营,其中一次午夜竟被野猪群围帐窥探。  

三、四月间仅遇两日风暴,15-20度的晴日堪称完美——除了光同行的那两周。暴雨让平日干涸的河床骤成激流(西班牙人笃定这些河一年干涸360天,何必建桥?)。如今她再度加入,恰逢雨季重启,而比利牛斯山顶积雪未消——这巧合未免精准得像她专挑了最艰险的路段。  

椅子奇谭

某日正午穿行柑橘林时,饥饿难耐之际,忽见一把孤椅如海市蜃楼现于路旁。刚坐下享用干粮,一辆轿车急刹,浓妆女子径直走来宣称我占了她的”工作位”——这片荒郊野岭!交谈方知她曾在苏黎世红灯区谋生。果然西班牙从不缺戏剧。  

黎明奔逃记

作为全球10%的晨型人,我每日追逐地中海的日出——唯独离开锡切斯那晨。为避开高速收费,我选了平行的滨海小道,未料所有前往巴塞罗那的车流皆汇于此。无路肩。急转弯。一侧峭壁,一侧疾驰的车流。八公里夺命狂奔,背包在烈日下颠簸,全凭运气躲过来车。抵达安全处时,汗水早已浸透衣衫。  

附:照片中这双鞋已沦为”残骸”,穿着它走路像在踩高跷——虽说徒步前已穿了一年。光将在菲格拉斯为我捎来新鞋。比利牛斯山,我们来了。

My shoes are calling for replacement 
The Dali Museum 
Morning Mist
Hiking in the mountains 
The author on day 45 
Strange sunrise during rain
Sagrada Familia in Barcelona 
Church in Sidges
Sidges
Tarragona
Wall Painting in Amposta
Birds flying in the line at sunrise near Valencia 
Peniscola
Reception in a gaming hotel 
Coastal Path

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9 responses to “46 Days Across Iberia: A Summary ”

  1.  Avatar
    Anonymous

    Hallo Rainer

    Coole Sache, wünsche dir weiterhin viel spannende Erlebnisse. LG Marc

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  2. superhappilya18bd69c38 Avatar
    superhappilya18bd69c38

    Ciao Zämä, habe mich über eure Beschreibungen gefreut. Ich kenne die Küste von Valencia bis Barcelona auch ein bisschen, Schöne Fotos von Peniscola, wo auch ein Teil von der Serie Game of Thrones gefilmt wurde und auch einmal ein Papst hauste. Wünsche euch viel Erfolg für den weiteren Weg. Grüsse Christian

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  3. Vladimir Che Avatar

    Not only RED dot in your confluence map should be clicked for the story!!!

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    1. mautz.blog Avatar

      You are right, the white dots are the most interesting to click on!

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  4.  Avatar
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    Lieber Rainer!

    Schön zu hören, dass es Dir gut geht!

    Vielen Dank für Deine Eindrücke,

    viele Grüße und alles Gute,

    Holger

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  5. radiantscrumptiouslyc796c270d0 Avatar
    radiantscrumptiouslyc796c270d0

    Yet another (very) long walk!

    I fondly remember our meeting in Norway a few years ago when you were walking north. We’re following all your updates and check for any new confluence submissions. 🙂

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  6.  Avatar
    Anonymous

    Danke für das Miterleben, es ist eine grosse Würdigung an die Landschaft, die Bilder sind einfach beeindruckend, Beatrice und Helena

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  7.  Avatar
    Anonymous

    Sehr gut ! I visited 40 north 0

    East too in Spain ! Walk on !!! You are an inspiration.

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    1.  Avatar
      Anonymous

      this is from Joseph Kerski geographer

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